
"Schwanger sein,
eine Geburt erleben, Mutter und Vater werden.
Ihre Ärztin, ihr Arzt hat ihnen eine Reihe von
Untersuchungen angeboten, um mit speziellen Verfahren
Störungen und Fehlbildungen beim Ungeborenen zu suchen.
"Pränataldiagnostik" lautet der medizinische Fachbegriff
dafür.
Es kann sein, dass sie dieses Angebot als belastend
empfinden, weil es ihnen Entscheidungen über ihr Kind
abfordert, die sie nicht fällen können oder wollen. Nicht
alle Befunde sind immer eindeutig und können
Folgeuntersuchungen nach sich ziehen.
Dazu kann die Angst vor einer Fehlgeburt kommen. Dies alles
kann dazu führen, dass eine ruhige und unbelastete
Schwangerschaft kaum mehr möglich ist.
Sie haben ein Recht zu Wissen, aber auch ein Recht auf
Nicht-Wissen. Mit diesen Fragen müssen sie nicht alleine
bleiben. Wir bieten unabhängige Beratung zu möglichen
Untersuchungen in der Schwangerschaft.
Neben der medizinischen Begleitung durch ihren Arzt/ ihre
Ärztin sind wir als unabhängige Informations- und
Beratungsstelle für sie da. Hier können sie offen über alle
Fragen sprechen und in Ruhe überlegen, zu was sie bereit
sind und wer sie unterstützen kann. Sie erhalten
Informationen, damit sie entscheiden können, ob sie eine
bestimmte Untersuchung oder eine Folgeuntersuchung
durchführen wollen.
Wenn sie schon einen pathologischen Befund erhalten haben,
können sie durch die Beratung Entscheidungshilfen erhalten,
ob sie eine Schwangerschaft austragen wollen oder einen
Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen möchten. Wir
vermitteln auch auf Wunsch Adressen und Kontakte zu
Vereinigungen von Eltern behinderter Kinder oder
Selbsthilfegruppen.
Der Artikel 17 (Bundesgesetz über genetische Untersuchung
beim Menschen) beauftragte die Kantone, dafür zu sorgen,
dass unabhängige Informations- und Beratungsstellen für
pränatale Untersuchungen bestehen, die über das
erforderliche fachkundige Personal verfügen. Diese Aufgabe
wurde vom Kanton Bern den anerkannten
Familienplanungsstellen auf den 1.1.08 übertragen"